Seminarleiter/Referent:
Denise Linn

Die international anerkannte Erfolgsautorin, Schamanin, Heilerin und Feng Shui Expertin lebt mit ihrer Familie in den USA. Denise Linn ist auf Grund ihres indianischen Ursprungs mit der Tradition der Cherokee-Indianer vertraut und studierte zusätzlich bei erfahrenen Heilern und Meistern verschiedener Kulturen. Jahrzehnte lang hat sie als Heilerin direkt mit dem Menschen gearbeitet, dabei ist ihr immer wieder aufgefallen, wie auch Energien in unserem Lebensumfeld einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Patienten haben kann...
Die Geheime Kraft der Träume
Denise Linn wurde von der US-Presse bereits als „Amerikas bestgehütetes Geheimnis“ gefeiert. Die Bestsellerautorin wird ihre Erfahrungen und Fähigkeiten in den Bereichen Feng Shui, „Space Clearing“ und Traumdeutung im Frühjahr 2009 auch in Deutschland auf zwei Seminaren vorstellen. Vorab sprach „newsage“ in einem Telefoninterview mit der in Kalifornien lebenden Halbindianerin über die geheime Kraft der Träume.
Ein Gespräch mit Denise Linn
Spiritualität
32 newsage 1/2009newsage: Zunächst würden wir gerne mehr
über Dich erfahren. Du hast indianische
Vorfahren?
Denise: Ja, meine Mutter ist Cherokee-Indianerin,
aber die spirituelle Seite der amerikanischen
Ureinwohner habe ich nicht von
Ihr gelernt. Zu der Zeit, in der ich aufwuchs,
hatten die Indianer kaum Bürgerrechte
und meine Mutter und ihre Bekannten
kämpften für mehr Gleichberechtigung
und persönliche Freiheit. So bin ich eher
mit der Notwendigkeit einer friedlichen
und ausgeglichenen Gesellschaft als mit
spirituellen Techniken aufgewachsen.
newsage: Und woher stammen Deine spirituellen
Kenntnisse?
Denise: Im Alter von 17 Jahren hatte ich ein
extremes Erlebnis. Ich fuhr mit dem Motorrad
über eine verlassene Landstrasse,
als ich das untrügliche Gefühl verspürte,
von jemandem verfolgt zu werden. Als ich
mich umdrehte, sah ich tatsächlich einen
Mann, der mich verfolgte – doch da war
es bereits zu spät. Zuerst rammte er mich
mit seinem Wagen, so dass ich stürzte und
auf dem Boden lag. Als ich wieder aufstehen
wollte, sah ich, dass der Angreifer
eine Waffe trug. Bevor ich noch erschrecken
konnte, hatte er schon abgedrückt
und mich getroffen. Ich lag verletzt und
paralysiert am Boden und spürte, obwohl
ich die Augen geschlossen hatte, dass er
ein weiteres Mal auf mich zielte, um mich
endgültig ins Jenseits zu befördern. In dem
Moment geschah etwas Unglaubliches –
es war die einzige Möglichkeit, mich aus
dieser schrecklichen Situation zu befreien:
Ich öffnete die Augen und empfand Mitgefühl
für meinen Aggressor. Tiefes, echtes
Mitgefühl! Der Mann senkte die Waffe,
drehte sich um und ging.
newsage: Was hast Du aus diesem persönlichen
Schicksalsschlag mitgenommen?
Denise: Abgesehen von einer fehlenden
Niere, einer fehlenden Milz, Störungen im
Herz- und Lungenbereich sowie einem abgebrochenen
Wirbel, eine tief greifende
spirituelle Erfahrung, die den weiteren Verlauf
meines Lebens bestimmt hat. Während
ich auf der Intensivstation lag und die
Ärzte um mein Leben kämpften, verließ ich
plötzlich meinen leiblichen Körper. Obwohl
ich mir all des Schmerzes und meiner Umgebung
bewusst war, fand ich mich plötzlich
an einem Ort wieder, der voller Licht,
Liebe und Schönheit war. Es war die Quelle
des Daseins und ich hatte schlagartig das
Gefühl, wieder zu Hause zu sein. In der unendlichen
Verbundenheit aller Seelen, frei
von Raum und Zeit.
newsage: Was veränderte sich danach?
Denise: Ich sah Energie, sah wie jedes Wesen
von Licht umgeben ist. Ich sah die Auren
der Menschen. Als ich das erste Mal mit
meinem Rollstuhl den Krankenhauspark
befuhr, sah ich um jeden Grashalm und um
jedes Blatt der Bäume einen Lichtschimmer.
Ich hörte die Sprache des Windes, verstand
die Natur mit allen Sinnen. Von da an
wusste ich, dass dies alles möglich ist, dass
Spiritualität genau so real ist wie die Wege
der Vernunft, die ich in meinem Elternhaus
gelernt hatte. Auf dieser tieferen Ebene
sind wir alle miteinander verbunden.
newsage: Ist das auch der Grund, aus dem
Du Expertin für Träume geworden bist?
Denise: Meine Träume wurden nach diesem
Ereignis erst einmal außergewöhnlich.
Entweder unglaublich pathetisch oder
extrem erschreckend. Besonders der eine
Traum, in dem ich von etwas verfolgt wurde,
dass mir unheimliche Angst machte,
ließ mich nicht mehr los. Ich begann mich
für verschiedene traditionelle Deutungen
der Träume zu interessieren, besuchte die
Maori in Neuseeland und die Aboriginies
in Australien, lernte bei Ihnen die uralte
Verbindung zur Traumzeit kennen. Irgendwann
hatte ich genügend Energie gesammelt,
um mich meinem Traumgegner zu
stellen. Ich drehte mich um und erkannte
mich selbst! Es war meine eigene Angst,
die mich die ganze Zeit über verfolgt hatte.
Ich umarmte und liebte sie in diesem
Moment und hatte diesen schrecklichen
Albtraum seitdem nie mehr.
newsage: Haben Dir die Erfahrungen anderer
Kulturen dabei geholfen?
Denise: Ja, ungemein. Für Aboriginies
sind Traumreisen etwas ganz Alltägliches.
Stammesmitglieder wohnen teilweise
viele tausend Kilometer voneinander entfernt
und die einzige, völlig reale Möglichkeit
zu kommunizieren besteht für sie jede
Nacht im gemeinsamen Träumen. Erfahrene
Stammesälteste gehen heutzutage in
Gefängnisse, in denen jüngeren Mitglieder
sitzen, und lehren sie, dass nur ihr alltäglicher
Körper gefangen ist. Ihre Seele und
ihr Traumkörper sind frei. Damit können
sie sich überall hin bewegen. Auch ich habe
die Fähigkeit zum bewussten und luziden
Träumen im Laufe der Jahre erlernt.
newsage: Astralreisen und luzide Träume
sind doch etwas Unterschiedliches, oder?
Denise: Auf jeden Fall. Astralreisen sind
das physische Verlassen des Körpers, der
luzide Traum findet in deinem Körper, nur
auf einer ganz anderen Ebene statt. Es ist
erstaunlich, wie oft dies durcheinander gebracht
oder verwechselt wird.
newsage: Unsere Kultur scheint das Träumen
verlernt zu haben.
Denise: Naja, verlernen kann man es nicht.
Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die zeigen,
dass Menschen, denen Schlaf und somit
die Traumfähigkeit entzogen wird, vereinsamen,
verkümmern oder nicht mehr
funktionieren können. Nur die tatsächliche
Bewusstheit der Träume, die Erkenntnis,
dass die Grenze zwischen Alltags- und
Traumwelt passierbar ist, fehlt in unserer
Kultur. Die Aboriginies haben auf ihre Art
nur deshalb überlebt, weil sie bei der Eroberung
durch die Weißen die Kraft ihrer
Träume aufrechterhalten konnten. Sie sind
mit der Traumzeit verbunden, unsere Kultur
hingegen ist disassoziiert, aber nicht
grundsätzlich getrennt.
newsage: Was lehrst Du auf Deinen Seminaren
zum Thema Träumen?
Denise: Das sind ganz unterschiedliche Facetten,
die ich ins Bewusstsein rufen will.
Das Programmieren der Träume etwa ist
eine Fähigkeit, die jedem gegeben ist und Spiritualität
auf die es ja auch ohne meine Seminare schon
genügen Hinweise gibt. Ob das bestimmte Öle
sind, mit denen man sich vor dem Schlafengehen
einreibt, oder Steine, die man an bestimmte
Stellen legt. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.
Entscheidend ist aber immer die persönliche Absicht.
Wenn ich für eine bestimmte Aufgabe um
ein besonderes Zeichen bitte, kurz bevor ich mich
schlafen lege, und dies mit Nachdruck und voller
Entschlossenheit tue, dann ist die Möglichkeit
sehr groß, dass sich mir der Traum offenbart.
newsage: Die meisten Menschen haben Probleme,
ihre Träume überhaupt zu behalten ...
Denise: Das ist ein weiterer Bereich, in dem es
unzählige Techniken und Hinweise bestimmter
Schulen gibt. Natürlich ist ein Traumtagebuch
unabdingbar, aber viel wichtiger für die Erinnerung
ist meines Erachtens die Rolltechnik. Das
heisst, sich in dem Moment des Erinnerns in die
Position zu begeben, in der man auch träumte.
Wenn ich aufstehe, verringert sich die Fähigkeit
maßgeblich. Hinzu kommt, dass das Ganze
schnell geschehen muss. Nach fünf Minuten bestehen
nur noch Fragmente des Traumes, nach
zehn Minuten ist er ganz weg.
newsage: Wie steht es mit der Traumdeutung?
Während die einen Schulen bei einem bestimmten
Ereignis von einer Vision oder Realitätsbezug sprechen,
behaupten andere, dass genau das Gegenteil
des Trauminhaltes zutrifft.
Denise: (lacht) Ja, jeder Lehrer hat so seine Methodik.
Entscheidend ist letztlich die persönliche
Verbindung. Wann habe ich zum letzten Mal in
meinem Leben die emotionelle Kraft gespürt,
die mir im Traum widerfahren ist? Wenn ich
dahin zurückgehe, habe ich die Möglichkeit, die
Botschaft und die Energie meines Traumes in die
Alltagswelt zu integrieren.
newsage: Selbst frühere Leben können so rekapituliert
werden?
Denise: Du kannst einen Traum nehmen und mit
ihm acht Jahre lang arbeiten. Jedes Detail kann so
viele Botschaften enthalten. Über deine Gefühle,
deinen Körper, deine Beziehungen, genau so wie
über deine Familienseele, deinen genetischen
Code oder deine früheren Leben. Wir sind mit
der Unendlichkeit verbunden. Wir müssen uns
ihr nur annähern wollen und uns dann fragen:
Macht das Sinn in meiner aktuellen Situation,
kann ich es annehmen?
newsage: Warum haben eigentlich so viele Menschen
Schwierigkeiten, sich auf ihre Träume einzulassen?
Woher kommt diese Ablehnung des
Unsichtbaren?
Denise: Wir leben seit langer Zeit in einer Phase
des Patriachats. Die Zeit des Matriachats ist lange
vorbei. Zurzeit regiert die Kraft von Leistung
und Kausalität – die Geschenke der Träume, der
Nacht und des Mondes sind vergessen. Ich glaube
aber, dass wir an einem Punkt angelangt sind,
an dem sich die Verhältnisse wieder umkehren
werden. Wenn man bedenkt, was sich allein in
den letzten 30 Jahren in spiritueller Hinsicht getan
hat, wieviele Initiativen, Gruppen, Energien
sich auftun – all das zeigt, in welche Richtung es
gehen wird.
newsage: Erstaunlich ist aber doch, dass Völker wie
die Aboriginies diese alte matriachale Tradition in
unserer technischen Welt beibehalten konnten.
Denise: Sie mussten es tun, sonst hätten sie wohl
nicht überlebt. Sie leben auch heute in ihrer ursprünglichsten
Form nach wie vor ohne Technologie
und ohne Leistungsprinzip, genau wie vor
8000 Jahren. Sie sind ganz eng an der Traumzeit
und haben einfach diese reichhaltige Verbindung
zum Geist. Das ist wahrscheinlich auch der Grund,
warum viele junge Mitglieder ihrer Stämme, die
mit der Moderne der Städte konfrontiert werden,
so einen brutalen Kulturschock erleiden, der sie
zu sinnlosen Taten veranlasst, so dass sie letztlich
am Rande der Gesellschaft oder im Gefängnis
landen. (Im Hintergrund ist schon seit einiger Zeit
der Gesang eines Vogels zu hören) Hörst du? Mein
Vogel spricht auch mit uns. Er mag dieses Interview,
es ist ein gutes Gespräch.
newsage: Ja, schade, dass wir schon aufhören
müssen. Abschließend aber noch eine Frage: Was
ist Dir denn in Deinen Seminaren das Wichtigste?
Welche Botschaft soll bei Deinen Teilnehmern
hängen bleiben?
Denise: Die Bedeutung des Mitgefühls! Die Welt
mit den Augen eines anderen sehen zu können.
Wenn ich jemanden verurteile, verliere ich sofort
diese Fähigkeit. Die Öffnung kann nur mit Hilfe
dieses freien und unvoreingenommenen Gefühls
entstehen.
Weitere Informationen: www.deniselinn.com
Seminare mit D. Lynn in Oy-Mittelberg, Allgäu:
• Essential Space Clearing I: 26.-29. März 2009
• Traumdeutung – Mit Träumen leben: 04.-05. April 2009